Journaling und Ernährung – Warum Achtsamkeit beim Essen im Kopf beginnt

PeoPeo Philosophie: Wie alles anfing – und warum ich heute anders denke

Folgender Beitrag war schon älter und wurde am 10. März 2026 überarbeitet

Am 20. März ist es wieder so weit. Um 15:45 Uhr steht die Sonne exakt über dem Äquator, Tag und Nacht sind gleich lang und der Frühling beginnt. Offiziell, astronomisch, unwiderlegbar.

Einen Tag vorher, am 19. März, ist Neumond. Der Himmel ist dunkel, der Mond kaum zu sehen. Also passend. Ein stiller, leerer Himmel und dann, einen Atemzug später, der Frühling.

Neuanfänge brauchen manchmal diese kurze Stille davor.

Ich denke gerade viel über Anfänge nach. Weil PeoPeo selbst gerade einen macht. Und weil dieser Blog der gerade neu aufgesetzt wird, eine Geschichte hat.

Es fing mit der Steinzeit an

Ich war begeistern, fasziniert, als mich das Thema gepackt hat. Ich war erschöpft, irgendwie nicht im Lot, und dann las ich zum ersten Mal über Paleo und über die Idee, dass unser Körper noch der gleiche ist wie vor Zehntausenden von Jahren. Dass wir Dinge essen, die es damals nicht gab. Dass wir uns zu wenig bewegen, zu wenig schlafen, zu viel sitzen.

Das hat geklickt. Ich habe angefangen zu lesen, zu kochen, auszuprobieren. Und irgendwann entstand Peopeo als Ort, an dem ich aufschreiben wollte, was ich herausfinde.

Lange Zeit war dieser Blog ein Steinzeit-Blog. Rezepte ohne Getreide, Artikel über Schlaf und Bewegung, Texte über ursprüngliches Essen. Alles ist noch hier festgehalten.

Aber dann wurde es eng

Das Problem mit Ernährungskonzepten ist: Sie neigen dazu, Regeln zu werden. Und Regeln neigen dazu, einem das Leben schwer zu machen.

Ich saß irgendwann am Tisch meiner Mutter und hab ihr erklärt, warum ich ihren wirklich köstlich duftenden Kuchen nicht esse. Nicht weil er mir nicht schmeckte. Sondern weil Mehl drin war. Selbst kam ich völlig aus dem Konzept mit Kochen für die Familie und mich selbst wie in der Steinzeit.

Was den Kuchen betrifft: ich hab ihn dann gegessen. Und er war gut, trotz Mehl. Hier geht es zum Backen ohne Getreide denn die Rezepte sind trotz allem lecker.

Das war nicht das einzige Mal. Ich merkte, dass ich immer öfter über Essen nachdachte als nötig. Dass ich Mahlzeiten rechtfertigte und zwar vor mir selbst. Dass das Konzept, das mir helfen sollte, mich stresste. Und ich wusste nicht mehr was ich kochen sollte. Die Idee war schön ich habe viel dabei gelernt aber dann war es gut damit.

Was geblieben ist

Ich habe das Paleo-Konzept nicht weggeworfen. Ich habe das Dogma weggeworfen: Paleo alltagstauglich

Was mich von Anfang an daran fasziniert hat, war nie eine Verbotsliste. Es war die größere Idee dahinter: dass wir als Menschen Teil der Natur sind. Dass unser Körper eine Geschichte hat, die viel länger ist als die der Supermärkte und Schreibtischstühle. Dass es sich lohnt, auf diese Geschichte zu hören.

Das ist mir geblieben und trägt PeoPeo jetzt.

Kein Programm. Keine Verbotslisten und kein schlechtes Gewissen beim Kuchen meiner Mutter. Stattdessen: Neugier. Zusammenhänge verstehen. Den eigenen Körper ernst nehmen ohne ihn zu tyrannisieren.

Hier gibt es übrigens einen leckeren Paleo-Osterbrunch und wer Lust hat kann Paleo in 7 Tagen ausprobieren: Paleo-Lunch: 7 Tage eiweißreich genießen

Die drei Säulen, die mich leiten

Wenn ich versuche, in Worte zu fassen, worum es mir heute bei Peopeo geht, komme ich immer wieder auf drei Dinge zurück.

Das erste ist Pflanzenwissen. Nicht als Esoterik, nicht als Selbstversorgungsromantik sondern als ehrliches Interesse daran, was um uns herum wächst. Was Löwenzahn kann. Was Brennnesseln uns im Frühling geben und was das Kräuterwissen wirklich wert ist, wenn man anfängt, es zu recherchieren.

Das zweite ist die Kraft des Einfachen. Ich glaube, dass viele Antworten, nach denen wir suchen, keine komplizierten sind. Schlafen, wenn man müde ist. Draußen sein, wenn man sich eingesperrt fühlt. Essen, was gut schmeckt und satt macht wenn man Hunger hat. Der eigene Körper weiß oft mehr, als wir ihm zutrauen.

Und das dritte ist der Jahresrhythmus. Den möchte ich hier noch etwas mehr ausführen denn er ist das, was mich gerade zum Jahresbeginn beschäftigt.

Lies dazu auch: Warum es PeoPeo gibt

Der Frühling kommt

Astronomisch, offiziell, auf die Minute genau: 20. März, 15:45 Uhr ist Frühlingsanfang. Die Sonne steht dann direkt über dem Äquator, Tag und Nacht sind gleich lang. Danach kippen die Verhältnisse und das Licht gewinnt.

Was ich jetzt schon spüre: etwas zieht mich nach draußen. Der Körper will sich bewegen. Die Lust auf schweres Essen lässt nach. Ich wache morgens etwas leichter auf als noch vor ein paar Wochen. Es ist früher hell.

Das ist kein Zufall. Unser Körper reagiert auf Licht. Mehr Tageslicht bedeutet mehr Serotonin, mehr Energie, eine andere Hormonlage. Wir sind – biologisch gesehen – Saisonwesen. Nicht im dramatischen Sinne. Aber der März-Körper ist ein anderer als der November-Körper. Wer das ignoriert, arbeitet gegen sich selbst.

Was der Frühling im Jahreskreis bedeutet

Es gibt Kulturen, die den Jahresverlauf nicht als gleichmäßiges Kontinuum erleben, sondern als Kreislauf mit bestimmten Wendepunkten. Der Frühlingsanfang ist einer davon und der wichtigste nach der Wintersonnenwende.

Im alten Jahreskreis heißt dieser Punkt Ostara. Er fällt auf die Tagundnachtgleiche im März und markiert das Ende des Winters nicht im meteorologischen Sinne, sondern im symbolischen. Das Licht und die Dunkelheit halten sich die Waage. Dann beginnt das Licht zu überwiegen.

Nicht zufällig feiern wir kurz danach Ostern mit Ostereiern, Hasen, dem Erwachen der Natur. Die Symbolik ist viel älter als das Fest selbst. Eier stehen für neues Leben. Der Hase ist ein altes Frühlingssymbol, das mit Fruchtbarkeit und dem schnellen Wechsel der Jahreszeit verbunden wurde.

Ostern 2026 fällt auf den 5. April und damit kurz nach dem nächsten Vollmond am 2. April, dem sogenannten Rosa Mond. Nicht rosa im wörtlichen Sinn, aber benannt nach den ersten rosa Frühlingsblumen.

Beltane: wenn der Frühling in Kraft ist

Der nächste große Punkt im Jahreskreis ist der 1. Mai, Beltane in der keltischen Tradition, bei uns der Walpurgistag und der Beginn des Mai. Hier hat der Frühling seine volle Kraft erreicht. Die Natur ist in Bewegung, alles wächst, der längste Tag rückt näher.

In Deutschland kennen wir den 30. April als Walpurgisnacht, die Nacht, in der traditionell Maifeuer entzündet wurden, um den Winter endgültig zu vertreiben. Ein Brauch, der sich quer durch Europa zieht und tiefer geht als jede Kirchengeschichte.

Am 1. Mai 2026 ist übrigens auch Vollmond, der Blumenmond. Zwei Ereignisse an einem Tag: der Maianfang und der volle Mond. Das passiert nicht jedes Jahr so.

Warum ich das alles nicht esoterisch meine

Es ist erfahrungsgemäß wahr, dass Menschen sich gut fühlen, wenn sie im Rhythmus der Natur leben. Nicht weil das mystisch ist sondern weil wir Teil dieser Natur sind.

Jahrtausende lang haben Menschen gewusst, wann sie Samen setzen, wann sie Vorräte anlegen, wann sie feiern und wann sie ruhen sollen. Das war kein Aberglauben das war ein sehr präzises Gespür für den Jahresverlauf.

Dieses Gespür haben wir nicht verloren. Es ist nur übertönt von Kalendern, Terminen und der Idee, dass es keine Rolle spielt, ob draußen März oder Oktober ist, solange das Büro gut geheizt ist.

Peopeo ist für mich ein Versuch, dieses Gespür wieder zu wecken. Eine Einladung, öfter zu bemerken, was gerade Draußen los ist.

Was ich mit dem Frühling vorhabe

Am 19. März ist Neumond. Am 20. März beginnt der Frühling. Zwei Tage danach, wenn der Mond wieder eine kleine Sichel zeigt, werde ich wahrscheinlich draußen sitzen und auf irgendetwas schauen, das gerade anfängt zu wachsen. Die Verbindung zur Natur fühlen.

Ich plane für den Frühling auf Peopeo mehr Texte über Wildkräuter, über Jahresrhythmus und Körpergefühl, über das, was saisonal essen wirklich bedeutet, nicht als Konzept, sondern als ganz konkrete Frage: Was wächst gerade? Was brauche ich jetzt?

Peopeo ist ein Projekt der 4everGlen.

Von Petra

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