Der Auerochse in der Ernährung: Fleisch, Knochen, Erinnerung 🐃
Der Auerochse war für die Steinzeitmenschen mehr als Beute. Er lieferte Fleisch, Fett, Knochen und Bedeutung und steht sinnbildlich für echte Steinzeiternährung
Kein Tier für halbe Sachen
Der Auerochse war kein Tier, das man mit einem Pfeil erlegte und dann das Filet herauslöste. Wer ihn jagte, ging ein Risiko ein. Und wer ihn bekam, nutzte alles.
Denn in der Steinzeit war Verschwendung keine Option. Der Auerochse war Nahrung, Werkzeug, Kleidung, Brennstoff und ein Zeichen dafür, dass die Sippe überleben würde.
Fleisch in Mengen – aber nicht wie heute
Ein ausgewachsener Auerochse konnte 700 bis 1.000 Kilo wiegen. Damit versorgte er eine Gruppe über Tage oder Wochen.
Das Fleisch wurde nicht nur gebraten oder am Spieß gedreht. Es wurde:
- in Streifen geschnitten und an der Luft getrocknet
- geräuchert in Gruben mit feuchtem Holz
- gekocht in Ledersäcken mit heißen Steinen
- roh gegessen, vor allem Herz, Leber, Fettstücke
Die Organe galten als besonders wertvoll denn, sie waren nicht nur nahrhaft, sondern auch rituell bedeutend: Leber für Kraft, Herz für Mut, Fett für Ausdauer.
Das Fett des Tieres war das eigentliche Gold
In kalten Zeiten war Fett wichtiger als Muskelfleisch. Es lieferte Energie, war leicht zu speichern und konnte mit Kräutern haltbar gemacht werden.
Man kochte es aus Knochen aus, konservierte es als Talg, rührte es in Suppen und Mischbreie.
Heute oft verteufelt, war Fett in der Steinzeit der wahre Schatz am Tier.
Knochen, Sehnen, Haut – Essen war nicht alles
- Aus Knochen wurden Nadeln, Angelhaken, Pfeilspitzen
- Die Haut wurde zu Kleidung, Schlafdecken, Zeltplanen
- Sehnen dienten als Schnur und Bindematerial
- Magen und Därme wurden für Wasserspeicher und Würste genutzt
Der Auerochse war nicht nur Nahrung nein, er war Lebensgrundlage.
Und genau das macht Steinzeiternährung so anders als unsere: Sie war ganzheitlich, unverarbeitet, meist roh und sie ging respektvoll mit der Ressource Tier um. Es mühsam ohne Reste und mit viel Achtsamkeit verbunden.
Paleo heißt nicht nur „kein Brot, kein Zucker“. Es heißt auch:
- Verstehen, woher Nahrung kommt
- mehr vom Tier nutzen als nur die Edelteile
- Jagd und Verwertung als Einheit begreifen
- Fett und Innereien nicht meiden, sondern schätzen
Natürlich jagen wir heute nicht selbst. Aber wir können lernen: Essen ist nicht nur Auswahl im Regal es war einmal Erfahrung, Kampf, Können, Kollektivarbeit, Übung der Beschaffung.
Die einstige Auerochsen Steinzeiternährung als Spiegel der Paleo-Ernährung heute
Der Auerochse ist zwar verschwunden aber seine Bedeutung bleibt oder blieb bis in die Zeit heute erhalten.
Trotzdem es den Auerochsen in der ursprünglichen Form nicht mehr gibt zeigt er uns, wie ursprünglich, praktisch und respektvoll unsere Vorfahren mit Nahrung umgingen.
Und vielleicht ist es das, was wir am meisten vergessen haben: Jedes Stück Fleisch war und ist immer noch ein ganzes Tier.
