Bushcraft für Einsteiger: Was steckt hinter dem Trend zurück zur Wildnis und was ist Bushcraft überhaupt

Feuer machen ohne Feuerzeug. Schlafen ohne Zelt. Sich orientieren ohne Handy. Was vor zwei Generationen noch Alltag war, ist heute eine Fähigkeit, die Menschen gezielt erlernen und suchen. Bushcraft heißt das Stichwort, und es zieht immer mehr Menschen in Kurse, Wälder und auf Abenteuerreisen.

Also was ist Bushcraft eigentlich? Und warum wächst das Interesse gerade jetzt, in einer Zeit in der fast alles verfügbar ist und Komfort selbstverständlich geworden ist?

Was Bushcraft bedeutet

Der Begriff kommt aus dem Englischen und bezeichnet das Wissen und die Fähigkeiten, die du brauchst um in der Wildnis zurechtzukommen. Mit dem was die Natur dir gibt, ohne die Ausrüstung des modernen Outdoorsports.

Bushcraft ist nicht Survival. Das ist ein wichtiger Unterschied. Survival ist das Überleben in einer Notsituation, kurzfristig, unter Stress, mit dem Ziel so schnell wie möglich wieder in die Zivilisation zu kommen. Bushcraft ist das genaue Gegenteil: du bist freiwillig draußen, du hast Zeit, du lernst die Natur kennen und arbeitest mit ihr statt gegen sie.

Zur Praxis gehören Feuertechniken, das Bauen von Unterschlüpfen aus natürlichen Materialien, Orientierung nach Sonne und Sternen, Pflanzenkunde, das Schärfen von Werkzeug, das Lesen von Tierspuren und das Wissen darüber, was in der Natur essbar ist und was nicht. Kurz: alles was der Mensch über Jahrtausende wusste, bevor es Supermärkte, Navis und Campingshops gab.

Warum gerade jetzt

Bushcraft-Kurse sind ausgebucht, YouTube-Kanäle zu dem Thema haben Millionen Abonnenten, Bücher über Wildnisfähigkeiten verkaufen sich besser denn je. Das ist kein Zufall.

Ein Teil der Erklärung liegt in der Erschöpfung durch Überversorgung. Alles ist verfügbar, alles ist sofort da, alles ist geregelt. Das Gehirn bekommt dabei wenig Gelegenheit, echte Probleme zu lösen. Bushcraft gibt dir genau das zurück: konkrete Aufgaben, unmittelbares Feedback, das befriedigende Gefühl etwas mit den eigenen Händen geschafft zu haben.

Ein anderer Teil ist biologisch. Unser Nervensystem ist nicht für Dauererreichbarkeit gebaut. Studien zeigen, dass Zeit in der Natur Stresshormone senkt, die Konzentration verbessert und das allgemeine Wohlbefinden steigert. Draußen schlafen, ein Feuer betreuen, den Wald um sich herum wahrnehmen: das sind keine romantischen Ideen, das sind Reize auf die unser Körper seit Jahrtausenden positiv reagiert.

Und dann ist da noch die schlichte Neugier. Was kann ich eigentlich, wenn ich nichts dabei habe? Diese Frage stellen sich immer mehr Menschen, und Bushcraft ist eine Antwort darauf.

Was du für den Einstieg brauchst

Die gute Nachricht: wenig. Ein gutes Messer, warme Kleidung und einen Wald in der Nähe reichen für den Anfang. Bushcraft ist keine Frage der Ausrüstung, sondern des Wissens. Wer mit teurer Ausrüstung in die Wildnis geht und nicht weiß wie er ein Feuer bei Regen entfacht, wird frieren. Wer die Grundlagen kennt, kommt mit wenig aus.

Der beste Einstieg ist ein Kurs. Nicht weil man es nicht alleine lernen könnte, aber weil ein erfahrener Bushcrafter in einem Tag mehr vermittelt als Wochen des Selbststudiums. In Deutschland gibt es trotz der eingeschränkten Möglichkeiten zum Wildcamping gute Bushcraft-Schulen, die auf Privatgrundstücken oder in Kooperation mit Forstbehörden arbeiten. In Skandinavien, Schottland oder den baltischen Staaten kommen dazu noch echte Wildniserlebnisse unter freiem Himmel.

Wer lieber erst liest: Ray Mears gilt als einer der bekanntesten Bushcraft-Lehrer weltweit, seine Bücher sind ein guter Einstieg. Mors Kochanski, ein kanadischer Wildnislehrer, hat das Standardwerk zum Thema geschrieben. Beide sind auf Englisch verfügbar, auf Deutsch gibt es ebenfalls eine wachsende Auswahl.

Bushcraft und die Frage nach dem Warum

Es geht beim Bushcraft letztlich um mehr als Feuermachen und Schnitztechniken. Es geht darum, wieder zu spüren was der menschliche Körper und Geist können, wenn man ihnen die Gelegenheit gibt. Das verschüttete Wissen über die Natur, über Materialien, über Wetter und Pflanzen, ist nicht weg. Es wartet darauf, wieder ausgegraben zu werden.

Genau darum geht es bei PeoPeo. Hier findest du nun Artikel über Wildcamping-Destinationen weltweit, über Survival-Techniken die sich wirklich bewähren, über Safaris und Wildniskurse und über die Frage, was der Mensch einmal wusste und was wir heute davon noch brauchen können.

Fang an, wo du bist. Der nächste Wald ist näher als du denkst.

Von Petra

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert